IDEE

Alchemist Generation II

Alchemist Generation II ist ein Forschungsprojekt, das versucht Ideen und Methoden der alten Alchemie für das 21. Jh. zu aktualisieren und weiterzuentwickeln. Produkte davon sollen im heutigen Alltag einfach nutzbar sein.

Alchemie beschäftigt sich grundsätzlich mit geistigen, psychischen und materiellen Prozessen, wobei das primäre Ziel in der Erleuchtung und Vervollkommnung des Bewusstseins lag und liegt. Dieses Projekt bildet eine der „Transformance“- Grundlagen für „Altarmovil“ und „Interconnect X Nature“. Denn es ist zu beachten, dass die schöpferischen Prozesse in der Alchemie dem künstlerischen Schaffen sehr ähnlich sein können.

 

Geschichte der Alchemie – Natur und Mensch

Die westliche Alchemie kommt aus dem alten Ägypten (s. Symbole und Prozesse, z.B. die Einbalsamierung). Die gnostisch hermetische Alchemie der letzten 2000 Jahre hatte primär psychische Transformationsprozesse zum Ziel für ein tiefes Verständnis der Natur und des Menschen. Es ging um „wie oben – so unten“, wie im Makroksomos Welt, so im Mikrokosmos Mensch. Danach ging es dann auch um die Transformation der Welt (z.B. durch Verwandlung der Metalle) und des Menschen (z.B. durch Heilmittel).

Daraus entstanden in der frühen Neuzeit wohl sehr wichtige Ansätze für die moderne Medizin (z.B. Paracelsus) und die modernen Wissenschaften wie Physik (z.B. Newton) und Chemie (z.B. Boyle). Die gnostisch hermetische Alchemie hatte immer zum Ziel über Transformationen in Kreisläufen einen neuen Bewusstseins-Zustand zu erzielen. Mit dieser königlichen Kunst konnte das geistige Gold erschafft werden.

Aktuelle Alchemie – Reinigung

Alchemie ist immer noch aktuell, aber etwas versteckt: so findet man in Naturheilpraxen Anwendungen, wie z.B. spagyrische (alchemistisch verarbeitete Pflanzenessenzen) und andere Formen von Heilmittel. Chemische Medikamente haben ihren Ursprung in alchemistischen Praktiken. C.G. Jung hat in seinen psychologischpsychiatrischen Forschungen entdeckt, dass seine Ansätze zur Therpie bereits in der Alchemie beschrieben sind.

Heutige Nachfolger (Jungianer) bauen darauf auf und entwickeln weiter (T. Cavalli, P. Levy, M. Stein, …). Es existiert bereits eine Vielzahl von Homepages und Blogs über Alchemie im Internet. Normalerweise haben auch spirituelle Gruppen das Ziel von Bewusstseinstransformationen, wenigstens für deren Leiter. Die Umweltprobleme von heute versucht man mittels Recycling-Kreisläufen oder Upcycling-Kreisläufen zu lösen. Könnten diese Methoden der Ökologie dank tieferem Verständnis in der Alchemie verbessert werden?

Alchemie und Kunst – Schöpferische Prozesse

Alchemie und Kunst haben eine enge Beziehung zueinander: einerseits sind im historischen Verständnis “Künste” viel weiter zu fassen, auch Wissenschaft wird beinhaltet. Andererseits beinhaltete die (al)chemi(sti)sche Praxis u.a. die Herstellung von Farben. Oft geht vergessen, dass die schöpferischen Prozesse in der Alchemie dem künstlerischen Schaffen dabei sehr ähnlich sind. Sowohl in der Alchemie wie in der Kunst soll etwas Neues entstehen, das vorher noch nicht da war. Das neue Werk, die neue Idee sollte aus dem Unbewussten kommen (z.B. durch die intensive Beschäftigung mit einem Gegenstand, durch neue Bilder, Imaginationen, neue Erfahrungen), dabei können Bewusstseinsprozesse helfen. In dem Sinn versucht heute eigentlich jeder Künstler unbewusst Alchemie zu betreiben.

Im Projekt Transformancer (s. auch www.transformancer.org) ist nun das erklärte Ziel, solche Prozesse bewusster durchzuführen: für die Entwicklung neuer schöpferischer Werke. Angelehnt an die Alchemie mit der Arbeit am ‘opus magnum’, dem ‘Großen Werk’.

Kunst-Ausstellungen zur Alchemie treten immer wieder auf, z.B.: „Neue Alchemie“ 2011-Münster, „Kunst und Alchemie“ 2014-Düsseldorf, „Alchemie. Die Grosse Kunst“ 2017- Berlin. Ein paar Künstler des 20. Jh.. Dali, Beuys, S. Polke, A. Kiefer, Rebecca Horn, …

Alchemie und Physik – die dunkle Seite der Wissenschaft

Über 26 Jahre gab es eine fruchtbare Zusammenarbeit zwischen dem Physiker W. Pauli und C.G. Jung. Wolfgang Pauli entwickelte dabei die Idee einer Hintergrundphysik: er versuchte, für physikalische Begriffe eine von ihm so genannte “neutrale Sprache” zu finden, die es erlauben soll, derartige Phänomene (z.B. Quantenphysik, Radioaktivität etc.) sowohl physikalisch als auch gemäss ihrem symbolisch-tiefenpsychologischen Sinn zu erklären.

Er entdeckte, dass die neuen Ideen der Physiker fast immer aus dem Unbewussten auftauchen. Er erkannte auch, dass die Physiker die alchemistische Methode unbewusst weiterführen. So arbeitet der Physiker z.B. wie der Alchemist im Labor und experimentiert. Häufig sind seine beobachteten Resultate oder Theorien in nicht verständlichen Symbolen verschleiert und nur den „eingeweihten“ Physikern verständlich (z.B. Matrizen, Multiplikationen waren auch Begriffe der Alchemie). Eine weitere Idee ist: heutige Physik nicht beliebig aber wissenschaftlich und kreativ für sinnhafte Erkenntnis- und Bewusstseinsprozesse zu erforschen (das wäre ursprüngliche Naturphilosophie).

Alchemie und Kosmos – neue Bewusstseinsmöglichkeiten

Die gnostisch-hermetische Alchemie des Mittelalters und teilweise der Neuzeit spricht von einem möglichen und zu entwickelnden Zusammenhang von Mikrokosmos (kleine Welt, gemeint ist häufig der Mensch) und Makrokosmos (die grosse Welt, gemeint ist Welt als Ganzes, oder als „Eines“, die Schöpfung), die sich v.a. in einem neuen menschlichen Denken äussert. Der Alchemist Gerhard Dorn spricht von „unus mundus“, wir sprechen in unserem Projekt von der Einheit mit dem Kosmos (www.1cosmos.org). Häufig werden in der Alchemie nach einer Vorbereitung drei Phasen unterschieden (jede Phase ist jeweils erreichbar über verschiedene Stufen:

  • Nigredo, Schwärzung: Individuation, Klärung von Komplexen, Einsamkeit/Nacht.
  • Albedo, Weißung: nach erfolgter Vorbereitung von Körper und Bewusstsein erfolgt die Transformation/Läuterung des Bewusstseins. (Resultat: Kleines Werk)
  • Rubedo, Rötung: Vereinigung von Geschöpf/Schöpfung. (Resultat: Grosses Werk-Stein der Weisen)

Die Alchemie hat geistig wirksame Werke im Fokus, doch finden sich für die drei oben genannten Phasen auch Metaphern des Alltagslebens, zum Beispiel:

  • Phase Nigredo: Persönliche Krisensituationen, chaotische Zustände, Krieg, schwere Krankheiten,
  • Phase Albedo: Milderes Bewusstsein kann sich entwickeln nach langen schweren Krankheiten, oder nachdem grosse Misserfolge verdaut sind: ein geläuterter Mensch, eine geläuterte Nation.
  • Phase Rubedo: Die Vereinigung von Mann und Frau in der Ehe oder körperlich können grosse Wirkungen entfalten bis zur Selbstaufgabe: z.B. Romeo und Julia etc.

Ob das alchemistische Ziel der Vereinigung auch im 21. Jh. erreichbar ist, bleibt zu entdecken. Es ist zu vermuten, dass es nicht einfacher geworden ist als im Mittelalter: Der Stein der Weisen als Resultat einer inneren Alchemie ist eben ein „Grosses Werk“. Dieses Projekt hat vorerst das „Kleine Werk“ als Ziel: das Herstellen des silbermachenden Steins.

Methodik – Details

Alchemistische Bewusstseins-Methoden (Imagination etc.) und Auseinandersetzung mit „Werken“ Achtsames Alltagsleben (schöpferische Ideen über Nacht) Lesen bzw. betrachten von „Wahrheiten“ (Lese, lese, lese…) Gespräche-Gedankenaustausch (Interaktion mit anderen aktuellen „Alchemisten“)

Werke -Tätigkeiten + Resultate

Homepage : www.1cosmos.org

Vorträge

Kurzfilme

Fotos

Ev. Büchlein

Ev. Workshops